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Peter war nur noch wenige Meter von Pauls Hütte entfernt, als seine Beine unter ihm zusammen brachen. Er war erschöpft, keinen einzigen Meter konnte er mehr laufen. Zudem hatte er sich den Fuß in einer Wurzel eingeklemmt und konnte ihn nicht mehr schnell genug heraus ziehen, bevor er von den Typen eingeholt werden würde. Sie mussten nur noch wenige Meter entfernt sein, er konnte ihre Schritte bereits deutlich hören. Zum letzten Mal, versuchte er den Fuß wieder aus der Wurzel zu ziehen, als diese endlich nachgab und er wieder frei war. Doch die Kraftaufwendung war zuviel für ihn gewesen und alles drehte sich wieder, als er plötzlich einen der zwei Männer, die ihn verfolgt hatten, über sich stehen sah. Es war derselbe Kerl, der ihn schon vor einigen Stunden versucht hatte zu töten. "Na sieh Mal einer an, wer mir da schon wieder in die Quere gekommen ist", sprach er und wartete auf den zweiten Mann. Diesen erkannte Peter nicht wieder, jedoch die Waffe in dessen Hand. Es war seine Beretta. "Wer sind Sie?", fragte er um Zeit herauszuschinden, doch der Mann schüttelte den Kopf. "Das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Aber ich kann Ihnen sagen, wer jetzt gleich sterben wird." Peter sah, wie die Waffe erneut auf seinen Kopf gerichtet wurde, als zwei laute Schüsse ertönten. Instinktiv zuckte er zusammen, erkannte aber im nächsten Augenblick, wie die beiden Männer vor ihm tot zu Boden gingen. Vorsichtig wollte er aufstehen, doch seine Beine gaben nach und er landete auf den Knien, ohne überhaupt seinen Retter gesehen zu haben. Der Blutverlust forderte langsam aber sicher seinen Tribut und Peter wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb, um Hilfe zu rufen. Müde blickte er auf und erkannte einen weiteren Mann in einem schwarzen Mantel, der sich zu ihm hinunter kniete. In der Angst, einem weiteren Killer zu begegnen, schreckte Peter auf und wollte sich wehren. Sein Faustschlag wurde weich abgeblockt und ein angesetzter Handhebel schlug fehl. Doch statt eines Angriffs umfassten zwei Händen sein Gesicht und zwangen ihn dazu, nach oben zu sehen. "Peter, ich bin es!", rief ihn eine Stimme, doch er hörte sie kaum noch. Zu tief war er schon in der Dämmerwelt zwischen Realität und Ohnmacht. "Bleib wach, mein Junge", flehte die Person und endlich sah er für einige Sekunden auf. Die Zeit, die sein Gehirn benötigte, um das Gesehene zu verarbeiten war jedoch weitaus länger. Das konnte nicht wahr sein, er musste halluzinieren. Scheinbar hatte der lange Sprint ihm doch zugesetzt und er musste sich inmitten einer Welt aus Illusionen befinden. "P...Paul?" +++ Kermit erstarrte fast, als er Peter erkannte, der am Boden lag und von zwei bewaffneten Männern umringt war. Der Junge sah schrecklich aus. Natürlich hatte er mit seiner Vermutung recht gehabt, dass Peter angeschossen worden war, denn seine Jacke war auf der linken Seite blutgetränkt, eine Loch war in der Schulter zu erkennen. Er musste mit seinen Kräften am Ende sein. Allein die Tatsache, dass er es mit der Verletzung noch so weit geschafft hatte, war bemerkenswert. Kermit bereitete sich darauf vor, auf die Männer zu schießen, als er plötzlich sah, wie eben diese Männer getroffen zu Boden gingen. Vorsichtig blickte er etwas weiter hinter einem Baumstamm, seinem Versteck, hervor und sah, wie sich eine dunkel gekleidete Person Peter näherte, der vergeblich versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Angespannt verfolgte Kermit die Situation, unsicher, ob er schon eingreifen sollte, doch als er die Person, die Peter geholfen hatte erkannte, konnte er seinen Augen nicht trauen... +++ Paul schloss seinen Sohn für einen kurzen Augenblick in eine tiefe Umarmung. Zu überwältigend war das unerwartete Wiedersehen. Eigentlich hatte er nur einige Minuten in seinem alten Waldhaus verbringen wollen, sich für eine Weile seiner Familie näher fühlen wollen, doch er konnte nicht ahnen, das plötzlich Peter, zusammen mit zwei hochgefährlichen Killern im Nacken, auftauchen würde. Das machte die ganze Situation nun deutlich komplizierter, doch er konnte seinen Sohn nicht einfach hier zurücklassen, er musste ihm helfen. "Peter", sprach er ihn erneut an, doch der antwortete nicht mehr. Schon von weitem hatte Blaisdell die Schusswunde gesehen und blitzschnell reagiert, als er die Männer erkannte, die ihn verfolgten. Ihre Waffen und Kleidung deuteten auf Geheimdienstagenten hin. Mit denen war bekanntlich nicht zu spaßen und es gab nur eine Möglichkeit, sie loszuwerden, nämlich sie zu eliminieren. Also hatte er kurzentschlossen seine Tarnung aufgegeben und seinen Sohn gerettet, der nun regungslos in seinen Armen lag. Vermutlich war er nicht erst jetzt angeschossen worden, denn seine Kleidung war blutgetränkt, seine Haut blass und eiskalt. Es wurde Zeit, dass ihm jemand half. Vorsichtig griff Blaisdell nach Peters Gürtel und zog ihn auf die Beine. Auf diese Weise konnte er ihn mühelos über die Schulter werfen und ins Haus tragen. +++ "Caine!", rief Lihuah und war im selben Moment sichtlich erleichtert. Endlich war sein Freund ihm zu Hilfe geeilt. Freudig rannte er auf den Priester zu und schloss ihn in eine tiefe Umarmung, die ebenso erwidert wurde. Sofort fiel all die Sorge von Lihuah ab, wusste er doch nun, dass, egal was passierte, Caine hier war und ihn beschützen würde, so wie er ihn auch damals vor seinem Vater beschützt hatte. "Caine, sie haben versucht, mich und Peter zu töten. Sie wollten, dass ich ihnen erzähle, wie ich die Gedanken von anderen Menschen lesen kann." Der Priester wirkte verwirrt und zog die Stirn kraus. "Was...hast du ihnen erzählt?" "Nichts. Ich konnte fliehen", antwortete Lihuah ernst. "Und jetzt sind diese Mörder hinter dir her?" Nickend zerrte der Junge Caine am Ärmel seiner Jacke hinter sich her. "Schnell, wir müssen uns beeilen. Peter braucht dich." +++ Paul hatte Peter auf eine Decke auf die Couch gebettet und stöhnte leicht. Den Jungen all die Treppen hinauf zu tragen war nicht gerade einfach gewesen. Sein Rücken war schon seit langen nicht mehr für eine solche Belastung zu gebrauchen. Skeptisch schaute er aus dem Fenster in Richtung Wald, konnte aber niemanden erkennen, also machte Paul sich auf den Weg in die Küche. Er gab warmes Wasser in eine Schüssel, besorgte sich Handtücher aus Annies Schrank und holte den Erste Hilfe Koffer hervor. All das stellte er auf den Couchtisch und hockte sich neben seinen Sohn. Peter war schweißgebadet und zitterte unaufhörlich. Sein Gesicht war leichenblass und erinnerte Paul an den Tag, an dem sein Sohn das Treppenhaus hinunter gestoßen worden war. Es kam ihm vor wie gestern, als er den Funkspruch bekam, dass Peter schwer verletzt worden sei und sich auf der Intensivstation des Krankenhauses befand. Es war schlimm für ihn gewesen, seinen Anblick zu ertragen, jedoch war es bei weitem schwieriger, seine Emotionen vor den anderen geheim zu halten. Natürlich verstand jeder, wie ihm zumute war. Immerhin war es sein Ziehsohn, der dort um sein Leben rang, aber Paul würde es nicht zulassen, dass jemand seine Tränen sah. Sein Stolz war einfach zu groß. Vorsichtig tätschelte er Peters Wange und versuchte ihn aufzuwecken, doch es half nichts. Normalerweise war der Junge hart im nehmen, aber Paul nahm an, dass er schon mehrere Stunden so unterwegs gewesen war. Vermutlich hatten die Agenten ihn durch den halben Wald gejagt... Vorsichtig streifte er ihm die Jacke ab und warf sie zu Boden. Er musste die Kugel entfernen und die Wunde halbwegs fachgerecht versorgen. Peter musste zunächst erst wieder stark genug werden, um selbst Verstärkung rufen zu können. Niemand sonst durfte erfahren, dass er hier war. Andernfalls würde es für seine Familie zu gefährlich werden. Plötzlich hörte er eines der Bretter seiner Treppe knarren und in Sekundenbruchteilen hatte Blaisdell seine Waffe gezogen und folgte dem Geräusch. Es kam definitiv von draußen, vermutlich war es noch einer dieser Geheimagenten. Peter war wirklich ein Magnet für gefährliche Situationen. Kraftvoll stieß Paul die Tür auf und wollte gerade schießen, als er Kermit gegenüberstand, der ebenfalls seine Waffe gezogen hatte und sie auf Paul richtete. Beiden sahen sie für einen Moment lang misstrauisch an, doch dann machte Paul den Anfang und steckte den Revolver weg, Kermit tat es ihm nach. Statt einem "Hallo" fluchte Blaisdell nur ein leises "Verdammt" und schloss die Tür hinter seinem Freund. "Ich finds auch toll, dich wieder zu sehen", kam prompt Kermits Antwort, der sich sogleich neben das Sofa stellte, auf dem noch immer Peter lag. Langsam aber sicher schien dieser wieder zu sich zu kommen. "Ich sollte gar nicht hier sein", sprach Paul düster und sah noch einmal kurz aus dem Fenster. Als niemand weiter da zu sein schien, warf er Kermit ein Handtuch zu. "Hier, wir müssen die Kugel entfernen. Zieh ihm das Hemd aus und ich hole Desinfektionsmittel. Wenn wir Glück haben, bekommt er es nicht mit. Ich will nicht, dass er jemanden mit seinen Schreien anlockt." Blaisdells Stimme klang kalt und distanziert, trotzdem wusste Kermit, dass er genau das Gegenteil empfand. Leider war die Situation ihres Treffens mehr als unglücklich. Hastig zog er sich den Mantel aus und kniete sich neben Peter. Leider war dieser schon wieder kurz davor, zu sich zu kommen. Sie mussten sich also beeilen. "Hey Pete, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du einen Hang für brenzlige Situationen hast?", fragte Kermit beiläufig und knöpfte ihm das durchgeweichte Hemd auf. Als er es auszog und auf den Boden schmiss, hinterließ es eine rote Spur auf dem Parkett. "Ich hab's ihm gesagt", antwortete Blaisdell mit einer Pinzette und einer Flasche Desinfektionsmittel in der Hand. "Er wird nicht gerade begeistert sein von dem, was du planst", versuchte Kermit die Spannung in dem Raum etwas zu legen, doch das Gegenteil geschah. "Er hat keine Wahl", antwortete Paul düster und wischte zunächst etwas Blut um die Wunde herum weg. Sofort stöhnte Peter auf und versuchte sich zur Seite zu drehen, doch Kermit hielt ihn fest. Hoffentlich war ihnen niemand mehr auf der Spur, denn die nächsten Minuten würden sie wahrscheinlich kaum in der Lage sein, sich zu verteidigen. +++ Skalany hatte Jody schon eine Weile lang beobachtet, bis sie entschloss, sich zu ihr zu gesellen. Momentan waren die Gerichtsmediziner im angrenzenden Waldgebiet beschäftigt und ihnen blieb nichts anderes übrig, als auf die Suchmannschaften zu warten. Nach Kermits Abgang hatte Simms niemandem erlaubt, auf eigene Faust loszuziehen. Eine Order, die sie ständig überwachte. "Hey", grüßte sie ihre Kollegin und Freundin, die betrübt zusah, wie der Stealth auf einen Abschleppwagen verladen wurde. "Hey", antwortete Jody nach einer Weile lustlos. "Wir werden ihn finden", versuchte Mary Margret sie aufzumuntern und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Jody nickte zwar, doch innerlich war ihr zum Weinen zumute. Wo zum Teufel steckte Peter nur? Nachdem sie eine Leiche aus dem Canyon herausgezogen hatten, war in ihr die Angst gestiegen, ihren Kollegen auch dort unten suchen zu müssen. Obendrein machte sie der Stealth mit den zerschnittenen Reifen nervös. Irgendjemand war hinter Peter her gewesen. Dazu kamen noch die Reifenspuren, die ebenfalls gerade analysiert wurden und Kermits Vorahnung, dass er Peter irgendwo im Wald finden würde. Jodys Bitte ihm folgen zu dürfen hatte Simms gleich abgeschlagen, wollte sie doch erst auf die Suchmannschaften warten. Also blieb Jody nichts anderes übrig, als hier zu stehen und auf Neuigkeiten zu warten. Gott, Peter konnte überall sein. Er konnte in Gefahr sein und ihre Hilfe dringendst brauchen und was tat sie? Dumm herumstehen und nichts tun. "Peter wird mit Sicherheit auf sich selbst Acht geben. Du kennst ihn doch", versuchte Skalany es erneut. "Genau deshalb mache ich mir ja Sorgen um ihn, weil ich ihn kenne!", raunte Jody zurück und schüttelte wütend den Kopf, "wir stehen hier schon fast anderthalb Stunden und haben nicht mal eine Ahnung, wo er stecken könnte, außer dass Kermit im Wald herumgeistert und wir Reifenspuren haben, die zu jedem beliebigem Auto passen könnten. Erzähl mir also bitte nicht, dass alles wieder gut wird." Die letzten paar Worte hatte sie fast herausgeschrieen, als sie den Kampf gegen ihre Gefühle verlor und einige Tränen sich langsam den Weg aus ihren Augen bahnten. Skalany hatte das mitbekommen und umarmte ihre Freundin für einige Zeit. "Ganz ruhig...", redete sie immer wieder auf Jody ein. Mary Margaret hatte schon immer gewusst, was sie für Peter empfand und scheinbar war Peter sich dessen auch bewusst, doch aus irgendeinem Grund waren die beiden noch immer nicht ein Paar. Möglicherweise scheute er sich auch davor, gab es doch schließlich das Gesetz, dass Ehegatten nicht zusammen auf einem Revier arbeiten durften. Vielleicht schloss er schon unter diesen Voraussetzungen eine tiefere Freundschaft mit Jody aus. Skalany nahm sich vor, mit ihm ein ernstes Wörtchen zu reden, was Jody anbetraf. Sie war eine solch gute Seele und Peter war offenbar zu feige, den ersten Schritt zu gehen. Das musste sich ändern. +++ Peter war wieder im Tempel, als er das nächste Mal zu sich kam. Gekleidet in seine blaue Kutte und ohne Schussverletzung in der Schulter wurde er schon bald misstrauisch. Der junge Cop stand auf und sah sich um. "Hallo?", rief er, doch niemand antwortete. Ein kleines Öllicht brannte an einer der Steinwände und Peter nahm sich eine Fackel, zündete sie an und begann im Tempel herum zu wandern. Vielleicht würde er in den kleineren Schlafräumen jemanden finden, möglicherweise war bereits Nachtruhe, schließlich war die Sonne längst untergegangen. Neugierig schlich er weiter, als er einen Mönch mit orangefarbener Kutte um eine Ecke der Tempelgewölbe rennen sah. Sofort folgte Peter ihm, doch als er die Stelle erreichte, war niemand mehr zu sehen. "Wer ist da?", schrie er, doch wieder erhielt er keine Antwort. Peter begann nervös zu werden und lief zurück zum Hauptraum. Vielleicht würde er von dort aus Anhaltspunkte für das Verschwinden der anderen Mönche finden. Im Trainingsareal angekommen, steckte Peter die Fackel an einen Halter an der Wand und suchte den leicht sandigen Boden nach Spuren ab, als ihn eine bekannte Stimme unterbrach. "Du wirst hier niemanden finden", sprach sein Vater, der auf einer der Emporen stand, von wo aus sie früher das Training und die Fortschritte ihrer Schüler überwacht hatten. "Nun...ich hab dich gefunden", gab Peter kleinlaut zurück. Ihr Streit war noch immer nicht vergessen, genauso wie die Wut, die er damals empfunden hatte. Es überraschte ihn nicht einmal, seinen Vater plötzlich hier wieder zu finden, musste all das doch eine Art Traum sein. "Du hast mich nicht gefunden...ich habe dich gefunden", antwortete Caine ernst und lief auf ihn zu. In einigen Metern Entfernung blieb er stehen. "Dies...ist dein tiefstes Inneres, Peter", erklärte der Shaolinpriester und machte eine ausweitende Geste mit den Armen. Dabei wurden einige Fackeln angezündet und der Raum heller erleuchtet. In diesem Moment spürte Peter das erste Mal, wie kalt es im Tempel war. Ohne Schuhe und Socken ließen ihn die niedrigen Temperaturen leicht erzittern. "Ich finds gemütlich hier. Hab anscheinend 'ne Menge Platz für Kreativität", antwortete er stur. Noch immer sträubte er sich gegen diese erneuten Versuche Caines, in seine Seele zu blicken. Er durfte es nicht wieder zulassen. Letztendlich führte es doch immer nur zu neuen Verletzungen, neuen Zurückweisungen und der schmerzhaften Einsamkeit. "Hör auf damit, Peter!", warnte Caine und der junge Cop schrak auf, hatte er seinen Vater doch schon lange nicht mehr so bestimmt erlebt. "Siehst du nicht, was mit dir passiert?", fragte der Shaolinpriester erneut, doch noch immer zuckte Peter stur mit den Schultern. "Was willst du?!", fragte er zurück, als all der Schmerz wieder in ihm hochkam. Zwei Paar Augen starrten sich für einige Sekunden an, als der junge Cop weiter sprach. "Hast du erwartet, jemand anderen als mich in meinem Innersten vorzufinden? Hast du etwa gedacht, ich schmeiß' hier gelegentlich Dinnerparties?" "PETER!", unterbrach ihn Caine und kam näher, "Du bist ganz allein in deiner Welt. Du hast deine Familie...und deine Freunde ausgeschlossen und Dämonen hineingelassen, die dich zerstören wollen. Du darfst das nicht zulassen, mein Sohn." Die Stimme des Shaolinpriesters wurde wieder ruhiger und er griff nach der Hand seines Sohnes. Eine Geste, die nur widerwillig entgegnet wurde. "Ich habe niemanden ausgeschlossen - ihr habt euch von mir abgewandt", antwortete Peter kalt, doch seine Hand wurde weiterhin gehalten und eine beruhigende Wärme strahlte, von der Berührung ausgehend, in seinem ganzen Körper aus. "Niemand hat sich von dir abgewandt, mein Sohn. Aber du hast es zugelassen, dass Zweifel und Hass deinen Geist infizieren und deine Gefühle vernebeln." Der Cop war ruhiger geworden, doch noch immer sträubte er sich gegen Caines entgegengebrachte Vaterliebe. "Das passiert, wenn man ständig im Stich gelassen wird", erklärte Peter verletzt und kämpfte gegen die Tränen des Schmerzes. "Nachdem ich dich...fünfzehn Jahre lang für tot hielt, habe ich mir geschworen, immer für dich da zu sein", sprach Caine und massierte beruhigend die Schulter seines aufgewühlten Sohnes," ich schwor, dass uns nichts mehr trennen kann." "Und warum tust du es dann?", fragte Peter weinend, "warum verschwindest du einfach, ohne es vorher anzukündigen? Gehst du nach der Windrichtung? Oder willst du mir mal wieder das Gefühl vermitteln, dass es arrogant sei, zu erwarten, dass ein Vater immer für seinen Sohn da sein wird?...Ich will nicht mehr mit der ständigen Angst leben, dass du am nächsten Tag schon wieder verschwunden sein könntest." Daraufhin schloss Caine seinen Sohn in eine tiefe Umarmung, die endlich erwidert wurde. Zu lange schon hatte er sich gewünscht, Peter wieder in seinen Armen halten zu können, nur um zu wissen, dass er ihm helfen konnte. Der Shaolinpriester gab ihm einige Minuten Zeit, um sich wieder zu fassen und löste sich dann aus der Umarmung. "Ich verspreche dir, nie wieder ohne Vorankündigung zu Verschwinden", erklärte er und ein Lächeln umspielte die Lippen seines Sohnes. "Und du versprichst es hoch und heilig?" Sein Vater nickte. "Ich gebe dir mein Versprechen als Shaolin. Und du solltest wissen...was das bedeutet." Peter nickte und akzeptierte Caines sanften Klaps auf seine Wange. Für einen Augenblick schloss er die Augen, genoss die Wärme, die sich in seinem Inneren ausbreitete und als er wieder aufblickte, war der Tempel hell erleuchtet und gefüllt mit Menschen. "Es wird Zeit, dass du wieder zurückkehrst, mein Sohn", erklärte Caine dann und Peter stimmte zu. Es gab noch viel zu erledigen. +++
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